#schwerteliest #schwerteschreibt
Eine Stadt mit vielen Seiten. Horizonterweiterung. Impulse - und ein offener Ort. 

Hallo Erwin, 

tagchen, wie geht's? Hier zum Start ins Schwerter Lesejahr fünf Fragen an DICH - willkommen in Schwerte an der Ruhr. (Kinder jeden Alters immer willkommen.) Auf dieser Webseite sitzt du auf kleinkariertem Grund - aber mache´ DIR bitte keine Sorgen. Wir sind offener als es zunächst scheint. Die Farben der Grosche-Lese-Saison sind ein erdiges Rot, ein sattes Tweed-Grün und ein etwas gedecktes Blau für die Tradition. Damit es aber nicht trostlos wird - bei all der Klassik - findest du hier auch ein Grün-Gelb-Senf ...- ach, jedenfalls: etwas FRISCHES. Nochmal WILLKOMMEN. Hier die Fragen - danke für DEINE Antworten. Es ist uns HIER & JETZT ein FEST! Wir wollen mit DIR Kuchenessen und das LEBEN feiern - ganz analog. Buchstaben sind unser Trieb- und Treibmittel.

DU hast schon viel gelesen und gesehen. Ist es DIR immer leicht gefallen, oder hast DU an manchen Sätzen, Texten, Büchern auch schwer gekaut? Hast DU einen Tip, wenn es mal nicht so gut geht mit dem LESEN?

Bücher lesen kann ein Kampf sein. Manchmal muss man sich auf den Sound des Buches einstellen, wenn man von ihm geliebt werden will. Ein Kinderbuch sollte man lesen wie ein Kind, einen Krimi wie ein Detektiv, einen Liebesroman wie ein Verliebter. Ich habe jetzt mal wieder ein Buch gelesen, dass mir als Jugendlicher viel gesagt hat. Ich musste da erst wieder Jugendlicher werden, damit das Buch die gleiche Magie entfalten konnte. Es gibt auch Bücher, die mich trotzdem kalt gelassen haben. Da muss man warten bis der Sommer kommt und es nochmal probieren. 

 

Zweitens

Wenn DU dieses schnelle Virus treffen würdest und es käme´ DIR in Paderborn in einer Seitenstraße entgegen. Was würdest DU sagen?

Was soll ich sagen? Es ist mir fremd geblieben. Wenn man jemanden nicht gern hat, dann geht man ihm aus dem Weg. Wahrscheinlich würde ich zu meinem Auto laufen und erleichtert ein Strafmandat entdecken. Der normale Schrecken hat dann etwas tröstliches. 

 


Drittens
Was ist DEIN gefühltes Alter? Warst DU immer schon so GROSCHE?

Sein Leben in Lebensjahre einzuteilen war mir immer fremd. Ich war sehr erwachsen mit 14 Jahren, fühlte mich sehr alt mit 20zig und gerade bin ich wieder bereit mich zu verändern. Inzwischen bin ich mehr für das Flüchtige zu haben und mache nichts mehr fest, dass mich aufhält. Das Leben als ein Provisorium zu betrachten hält jung. Mein Freund Ingo Börchers mailte mir kürzlich: „Niemand hat behauptet, dass es leicht ist, Erwin Grosche zu sein. Aber von uns allen kannst Du es eben am besten.“ Und dabei wäre ich manchmal lieber Ingo Börchers.

 


Viertens
Warum tröstet Kuchen so unverschämt gut?

Die Unschuld der Torte ist anrührend. Sie begleitet unser Leben und ist Trost und Verpflichtung. Man muss sich die Liebe einer Torte verdienen. Nur Hunger zu haben ist zu wenig. Da liegt nicht nur was auf dem Teller und schmeckt gut. Das wurde gemacht, das wurde komponiert, das schmeckt man weil man ein Herz hat. Der Kuchen schenkt Trost, weil er keine Gegenleistung erwartet. Enttäuschen wir ihn nicht. 
„Der Mensch braucht einen Tisch vor sich und darauf steht ne Torte. 
So sagt man auch „Ich liebe dich“ und das ganz ohne Worte. 
Der Mensch braucht einen Tisch vor sich und darauf steht ein Kuchen. 
So sagt man auch,  
„Ich denk an dich", drum komm´ mich mal besuchen. Der Mensch braucht einen Tisch vor sich und darauf liegen Plätzchen. So sagt man auch 

"Ich wart auf dich, denn du, du bist mein Schätzchen.“

und FÜNFTENS
Magst DU eigentlich Flüsse? Schwerte liegt ja an der Ruhr.

Ich lebte immer dort, wo ein Fluss in der Nähe war. Ich bin sogar mal mit einem Fluss spazieren gegangen, wenigstens so lange wie es sein Bett zuließ. Links war mein Hund und rechts kam der Fluss aus den Bergen und schloss sich uns an. Ich lasse gerne Schliddersteine über Wasser schnellen. Wenn ich einen Schlidderstein sehe, dann nehme ich ihn mit und habe ihn bei mir, bis ich einen Fluss sehe. Meine prägendsten Flüsse waren die Pöppelsche, der Ellerbach und natürlich die Pader. Auf die Ruhr bin ich sehr gespannt. Wer den Fluss von einer Stadt kennt, begreift auch die Menschen die dort leben.

 

Die Antworten machen deutlich warum wohl nahezu jeder Mensch ein bißchen GROSCHE braucht. Lebensklugheit und Empathie mischt er mit leichten und tiefen Ansichten. Oberflächlich ist er nie - leichtfüssig schon. Ganz schön westfälisch dieser Westfale: Zur Lage momentan. CORONA.

Noch vor ein paar Wochen war das Umdenken Ehrensache, Digitalisierung zwingend - jetzt ist die Situation anders. Der Sommer kommt und damit frische Luft: MOMENTAN aber - noch kein Animieren durch einen langen Tisch - keine zusätzliche Aktion am Lesefenster. Werft´ einen Blick in das Schaufenster vom Schuhhaus Hanna. Schnappschüsse erzählen von anderen Zeiten in der Ruhrstadt, anderen Herausforderungen. Dazu: Die MitMachStation rund um die Kastanie paßt sich ebenfalls den Möglichkeiten an. Die gute Nachricht: Bücher, Texte, Buchstaben werden nicht schlecht - haben kein Verfallsdatum - wenn sie Qualität besitzen. Gutes bleibt erhalten, Neues kommt. Kultur ist wichtiger denn je - Sie hilft und tröstet, reflektiert und hinterfragt, sie fängt uns auf und macht den MENSCH zum MENSCH.


ECHTES LEBEN - ECHTE MENSCHEN - ECHTE THEMEN

Und zum Start nun noch die anrührende Grußbotschaft des Dichters: Lest´ selbst - ihr TOLLEN, ihr NETTEN, ihr SCHÖNEN! (das Gedicht stammt aus der Weitenlauscher-Ausstellung die ebenfalls nach Schwerte kommt und momentan noch in Paderborner Stadtmuseum beheimatet ist)

Sieh´ Deine Stadt. Erwin Grosche hat eine ganz eigene Sicht auf seine Heimatstadt Paderborn entwickelt. Ob Schwerte hier lernen kann? Neugierig schauen wir auf die Stadtführungen an der Pader und suchen eigene Wege. Schleichpfade oder bekannte Streckenführung? Stell´ alles in Frage und geh´ doch einfach mal querfeldein. Im Wuckenhof bereiten wir schon Tische vor. Es zieht nach DRAUSSEN. Bald - bald - bald... HALTET ALLE DURCH. 

Netzwerken mal anders - Schwerte hat viele Seiten 

Willkommen in Schwerte an der Ruhr. Einer kleinen Stadt mit ganz vielfältigen Seiten und erfolgreichen Buchprojekten. Am Rande des Ruhrgebiets gelegen und nicht weit von Sauer- und Münsterland entfernt haben wir eine kreative Scharnierfunktion. Mit störrisch, beständiger Kreativität haben sich Stiftungen mit Stahlkraft etabliert, die von der Gestaltungskraft und dem Pragmatismus einer Stadt erzählen. Die Rohrmeisterei oder das Elsebad sind Beispiele die weit über die Grenzen Impulse setzen. Einmal im Jahr kommt das Welttheater der Straße zu Gast und das bunte Treiben auf Straßen und Plätze öffnet den Blick und macht immer wieder Mut den Alltag auch mal anders anzusehen. In dieser kreativen Tradition entwickeln sich immer wieder Projekte mit querulantigem Charme. #schwerteliest #schwerteschreibt arbeitet digital und analog. Wir entdecken Literatur gemeinsam mit und in Micro- und Begleitprojekten. WILLKOMMEN - es gibt genug Buchstaben für ALLE! Unser Anker ist momentan der Wuckenhof - unser Lese- und Lebensraum die ganze Stadt - und natürlich der Fluß. 

Zum Einstieg und als Gruß aus der Musikerküche schickt das Palastorchester uns die Stimmung zum Jahr, die Laune zum Buch, die Geisteshaltung in aufgeregten Zeiten. Danke für die Genehmigung und besten Wünsche zum Projekt. Euer Kopfnicken ist Ansporn. Am Lesefenster ist immer ein Platz frei. Max R. aus Lünen zeigt wie es sich gepflegt durch das Leben SCHIPPERN läßt. Entspannt Euch! Ja, es gibt viel zu tun - trotzdem ist elegantes INNEHALTEN nicht die schlechteste Übung um Probleme zu meistern. Bücher - sind da eine andere Idee...

Listen to the sound of books - St. Viktor Glocken

Zum intellektuellen Auftakt und zur besonderen Einstimmung: Die Stiftung Buchkunst ist wieder zu Gast im Wuckenhof  Die schönsten Bücher kommen zurück! Plus: ein paar Erinnerungsbilder aus dem vergangenen Jahr.  Eine Einstimmung zur laufenden Ausstellung ist zufällig unterlegt mit den Glocken der nahen Kirche. Ein besonderes Zusammentreffen. Es folgt mehr. Corona macht besondere Zugänge nötig. 

 

 

Das Projekt #schwerteliest #schwerteschreibt läuft über den Schreibtisch von Andrea Reinecke im Kulturbüro des KuWeBe und wird freundlich unterstützt und getragen von: der Kulturstiftung der Stadtsparkasse Schwerte, der Stadt Schwerte, dem Literaturland Westfalen, der Bürgerstiftung Rohrmeisterei, der Werbegemeinschaft Schwerte und besonders den beiden örtlichen Buchhandlungen. Applaus für die Ruhrtalbuchhandlung und Dank an Bücher Bachmann. Es kann nicht genug Bücher in dieser Welt geben. Dank allen ehrenamtlich arbeitenden Männern und Frauen die diese Stadt lebens- und lesenswert machen - ohne Euch gäbe es auch solche Projekte nicht. Martina Schulte kommt mit der Kunstschule vorbei und das Jugendamt ist mit dem Ferienspaß vor Ort. Machen wir gemeinsam den Wuckenhof zu einem lebendigen Ort.